Pakistanischer Botschafter trifft Lichtenberger
Die neu gegründete Deutsch-Pakistanische Gemeinschaft für Kultur und Demokratie will neue Impulse für die Deutsch-Pakistanischen Beziehungen geben und lädt den pakistanischen Botschafter zu einem Abendessen mit Berliner Politikern in Treptow ein.
Berlin, 30. September 2006, an diesem Abend haben sich viele deutsche Politiker und Freunde der Deutsch-Pakistanischen Gemeinschaft gefragt, was ist Pakistan für ein Land? Ein Land neben Afghanistan, mit Koranschulen, Kashmir-Konflikt, Terroristen und Atomraketen? Dass das Land ein ganz anderes Gesicht hat, mit wunderschönen Palästen, Moscheen - mit Wüsten, Bergen über 8000m und sattgrünen Feldern, und dazu ein sehr herzliches Volk mit über 160 Mio. Einwohnern, präsentierte Shahid Riaz, Gründer und neuer Vorsitzender der Gemeinschaft, mit einem charmanten Lächeln.
Als Gastgeber brachte Herr Riaz deutsche und pakistanische Gäste mit dem pakistanischen Botschafter, Herrn Exzellenz Asif Ezdi, zusammen. Er bedankte sich für die Einladung und ist erfreut, dass jetzt nicht nur auf diplomatischer Ebene die Kontakte geknüpft werden, sondern dass die private Initiative auch ganz praktische Impulse setzen will, wie zum Beispiel eine pakistanische Straße in Berlin nach dem geistigen Vater Pakistans benannt: Muhammed Iqbal.
Ein weiterer Gast, Andreas Geisel (SPD-Kreisvorsitzender und Stadtrat in Lichtenberg) sagte: „Ich bin erstaunt, welch kulturreiche und interessante Geschichte Pakistan hat und wie stark die oppositionelle Basis für mehr Demokratie ist.“ Die Deutsch-Pakistanische-Gemeinschaft will genau darauf hinwirken, die demokratischen Kräfte und die Zivilgesellschaft in Pakistan mit einem stärkeren Austausch über Kultur, Demokratie und Soziales mit Deutschland zu stärken. Beide Länder können mehr über ihre Kultur, Musik und Dichtkunst lernen, denn „in Pakistan war und ist der Islam mit dem Sufismus sehr liberal und offen für Tanz, lyrische Meisterwerke und ganz besonderer ursprünglicher Musik“, bringt es Erik Gührs (Mitgründer und stellv. Vorsitzender der Gemeinschaft) auf den Punkt.
Dass das Land am Scheideweg steht, zwischen liberalem Islam mit starker Zivilgesellschaft oder fanatischem Terrorismus mit Militärdiktatur, referierte Herr Ingo Colbow vom Deutschlandfunk. In seiner langen Reise durch das Land hat er viele ganz persönliche wertvolle Erinnerungen mitgenommen, so zum Beispiel eine große Hilfsbereitschaft untereinander und auch Fremden gegenüber. Aber er sah auch viele Menschen, die hungrig auf eine bessere Zukunft sind und sich nach besseren Bildungs- und Berufschancen sehnen. Die jungen Pakistanis wollen sich ihren Wohlstand schaffen – da kann Deutschland als Partner helfen. Erik Gührs (Mitgründer und stellv. Vorsitzender der Gemeinschaft und junger Kommunalpolitiker) will der Jugend Pakistans in den Wirren zwischen Terror im Nachbarland Afghanistan und dem nebenan stark aufstrebenden Indien neue Hoffnung geben und sich für ihre Chancen in der globalisierten Welt einsetzen.
Andreas Köhler (Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses) bekam als Zeichen der Freundschaft von Herrn Riaz einen „Ajrak“ (traditionellen Schal in Pakistan) überreicht und bedankte sich mit den warmen Worten: „Wir wollen an diesem besonderen Abend diese Initiative von ganzem Herzen unterstützen und noch mehr Unterstützer motivieren, sich für die Zukunft Pakistans einzubringen.“ Auch Herr Khalid Usan Qaisar (Vizebotschafter Pakistans) und Herr Azam (Pressesprecher der pakistanischen Botschaft) nahmen neben anderen Lokalpolitikern aus Lichtenberg ebenfalls am Abendessen teil. Als Partner für beide Länder will die Deutsch-Pakistanische-Gemeinschaft neue Initiativen und Projekte für ein stärkeres gegenseitiges Verständnis anstoßen.
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